Dienstag, 15. Februar 2011

Goto:Columbia Road Flower Market

Die letzte Mission, die ich verbloggen werde, schickte mich weit in den Osten Londons. (Ich habe noch andere bekommen, aber die stellten sich entweder als äußerst enttäuschend heraus [verzeih mir, Patrizia] oder wurden von mir nicht am Stück, sondern eher im Vorbeigehen hier und da erledigt [hallo rebhuhn!]).

Auch von dieser letzten Aufgabe erledigte ich streng genommen nur einen Bruchteil. Caroline schrieb: "Go to Columbia Road Flower Market. On a Sunday. On the way there or back you must:
a. have your picture taken inside a traditional phone box
b. sit on a doubledecker bus, on the top all the way in the front
c. drink at least half a pint of beer without foam
d. say one sentence with the words "innit" and gov'nor
e. HAVE FUN!"
Ihr könnt es euch schon denken: War mir alles zu peinlich. Das Fräulein kennt meine Schwachstellen einfach zu gut. Zum Blumenmarkt bin ich wohl gefahren, und das auch in einem Doppeldeckerbus, aber nicht ganz oben ganz vorne, weil Sonntagvormittag und voll mit Touris. Und viele weitere Anmerkungen habe ich eigentlich gar nicht, deswegen gibt's jetzt einfach ein paar bunte Blumenbilder. Gern geschehen!






Goto:St. Martin in the Fields

In London bin ich ja leider schon seit einer Weile nicht mehr und habe noch länger nicht gebloggt, dabei liegen hier noch zwei Goto:-Missionen, die ich dem werten Publikum (und denen, die sie sich gewünscht haben) nicht vorenthalten will.
Meine treue Kommentatorin Inge sandte mir folgende Nachricht: "Go to the Trafalgar Square, look for the church St. Matin-in the fields (it's near the National Gallery), have a nice cup of tea in the Krypta and trie to listen to a Concert. I am sorry about my english, but i don't want to become a Translater."
Konzerte, so verrät es mir die Website, sind in dieser Kirche nicht gerade preisgünstig. Das hauseigene Kammerorchester wird von Sir Neville Marriner dirigiert und genießt Weltruhm. Allerdings gibt es auch einen Kirchenchor, und der nutzt jeweils die sonntäglichen Messen als Übungsgelegenheit - da habe ich mich dann hineingeschmuggelt.

Die Krypta ist sehr schlicht und stimmungsvoll und bietet Kuchen, Kaffee und Essen an, alles in Bio und alles recht preisgünstig für London, was mein Studentenherz freut.

Zu meinem Kännchen Tee mit Milch und Zucker genieße ein paar Seiten Bukowski und hoffe, dass Gott in seinem Zorn ob dieser unchristlichen Lektüre nicht die geweihte Decke über mir einstürzen lässt.

Tat er nicht. Ich begebe mich ein Stockwerk weiter nach oben, um im Gottesdienst um Vergebung zu bitten. Das überraschend gülden-kitschige Dekor verrät: Katholiken!

Das wiederum hilft mir dabei, mich gänzlich zu assimilieren. Auch wenn mir die gesungenen Lieder im Gesangbuch auf den ersten Blick alle unbekannt vorkamen, so scheint doch mein langjähriger Ministrantendienst bewirkt zu haben, dass ich die Melodien jeder Zeile nach den ersten paar Noten aus dem Kopf vollenden kann.

Der Chor singt sehr schön. In seiner Predigt rät der Pfarrer dann seiner Gemeinde, sich im Alltag mehr Besinnung und Ruhe zu gönnen und, praktische Konsequenz, deshalb keine Business-Lunch-Meetings anzusetzen. Alte Kirchen, moderne Zeiten.