Goto:Camden Market
Meine Freundin Laura befahl mir: "Gehe Sie zu Camden Market und lasse Sie alles auf sich wirken! Mache Sie Fotos, das kann Sie gut! Ich war da vor einigen Jahren mit dem Englandsprachkurs und es war eine der schönsten Erfahrungen der Welt. Dort ist alles so bunt, vor allem die Hautfarben der Anwesenden... da sitzen sie alle herum, und ich habe alte Nirvanakassetten gekauft."
So soll es sein. Wenn ich mal vorsichtig rechne, dann dürfte Lauras Erfahrung wirklich schon etwas länger zurückliegen, ohne ihr zu nahe treten zu wollen. Mal sehen, ob es heute immer noch so schön ist.
Ein bißchen abschreckend wirkte schon die Planung meiner Sonntagsunternehmung: Die Tube-Station Camden Town ist jeden Sonntagnachmittag für den Zutritt von außen geschlossen, man kann also nur aus- oder umsteigen. Das liegt daran, dass jedes Wochenende eine halbe Million Menschen den Camden Market besuchen, die die enge Station heillos überfordern. Diese Vorstellung macht mir etwas Angst - aber so leicht lasse ich mich nicht einschüchtern.
Der Camden Market besteht aus mehreren Einzelmärkten, alle sollen Kleidung, Möbel, Second-Hand-Bücher und Handwerk verkaufen. Schön ist es ja schon mal, so direkt am Kanal.

Und schon der erste Kleiderstand lässt mein Herz höherschlagen.

Aber sobald man um die nächste Ecke biegt, kommt einem etwas falsch vor. Diese Handvoll Kleider verkauft, absolut identisch, jeder zweite Stand. Sie sind perfekt auf ihr Hipsterpublikum abgestimmt. Für jede Zielgruppe gibt es eine vorgefertigte Produktpalette. Für die Indierocker, für die Goths, für die Rastafarians, für die Kitschliebhaber, für die Esoteriker, für die Cyber-Clubkids, und für die simplen Touristen. Alles sieht nicht nur gleich aus, sondern ist gleich, an jeder zweiten Ecke, immer zum gleichen Preis, immer unverschämt hoch, immer mit aufdringlichen, unangenehmen Verkäufern, die genau durchschaut haben, was die Besuchermassen wollen. Es macht keinen Spaß.

Versteht ihr, was ich meine? Nichts davon ist echt. Es ist wie in der Matrix, alles ist ein Déjà-Vu. Und es hinterlässt einen unangenehmen Nachgeschmack. Hier verkauft niemand Nirvanakassetten. Das wäre viel zu persönlich.
Ich flüchte aus den Marktgassen und stelle fest, dass es etwas abseits der Besuchermassen weniger schlimm wird. Das ist eine wirklich prachtvolle Glyzinie.

Und diese bunte und inhaltsschwere Raubkatze ist das letzte, was ich von Camden sehe, als ich mich in den Untergrund rette.

Nein, Laura, Camden Market ist nicht mehr das, was es vielleicht einmal war. Aber einen interessanten Tag hatte ich trotzdem.
So soll es sein. Wenn ich mal vorsichtig rechne, dann dürfte Lauras Erfahrung wirklich schon etwas länger zurückliegen, ohne ihr zu nahe treten zu wollen. Mal sehen, ob es heute immer noch so schön ist.
Ein bißchen abschreckend wirkte schon die Planung meiner Sonntagsunternehmung: Die Tube-Station Camden Town ist jeden Sonntagnachmittag für den Zutritt von außen geschlossen, man kann also nur aus- oder umsteigen. Das liegt daran, dass jedes Wochenende eine halbe Million Menschen den Camden Market besuchen, die die enge Station heillos überfordern. Diese Vorstellung macht mir etwas Angst - aber so leicht lasse ich mich nicht einschüchtern.
Der Camden Market besteht aus mehreren Einzelmärkten, alle sollen Kleidung, Möbel, Second-Hand-Bücher und Handwerk verkaufen. Schön ist es ja schon mal, so direkt am Kanal.
Und schon der erste Kleiderstand lässt mein Herz höherschlagen.
Aber sobald man um die nächste Ecke biegt, kommt einem etwas falsch vor. Diese Handvoll Kleider verkauft, absolut identisch, jeder zweite Stand. Sie sind perfekt auf ihr Hipsterpublikum abgestimmt. Für jede Zielgruppe gibt es eine vorgefertigte Produktpalette. Für die Indierocker, für die Goths, für die Rastafarians, für die Kitschliebhaber, für die Esoteriker, für die Cyber-Clubkids, und für die simplen Touristen. Alles sieht nicht nur gleich aus, sondern ist gleich, an jeder zweiten Ecke, immer zum gleichen Preis, immer unverschämt hoch, immer mit aufdringlichen, unangenehmen Verkäufern, die genau durchschaut haben, was die Besuchermassen wollen. Es macht keinen Spaß.
Versteht ihr, was ich meine? Nichts davon ist echt. Es ist wie in der Matrix, alles ist ein Déjà-Vu. Und es hinterlässt einen unangenehmen Nachgeschmack. Hier verkauft niemand Nirvanakassetten. Das wäre viel zu persönlich.
Ich flüchte aus den Marktgassen und stelle fest, dass es etwas abseits der Besuchermassen weniger schlimm wird. Das ist eine wirklich prachtvolle Glyzinie.
Und diese bunte und inhaltsschwere Raubkatze ist das letzte, was ich von Camden sehe, als ich mich in den Untergrund rette.
Nein, Laura, Camden Market ist nicht mehr das, was es vielleicht einmal war. Aber einen interessanten Tag hatte ich trotzdem.
Im Jahre 2000 habe ich mich an diesem erinnerungsschweren Ort verliebt.. in eine Großstadt mit vielen verschiedenen kulturellen Einflüssen. Es wirkte, als lebten all diese Menschen, die unterschiedlicher nicht sein konnten, friedlich nebeneinanderund sogar MITeinander. Vermutlich sah das aus den idealistischen Augen eines 15 Jahre alten Mädchens alles ein bisschen idyllischer aus.. und alte Nirvana Tapes sind ebenso kommerziell, wie sehr hässliche seelenlose Kleider... :) Naja..aber ich halte daran fest: Früher war es besser!!
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