Sonntag, 22. November 2009
Samstag, 21. November 2009
Wir sind hier! Wir sind laut!
Viele Medien erklären den aktuellen Bildungsstreik zum erfolgreichsten seit Beginn der Proteste. In Köln war der größte Hörsaal der Universität einige Tage lang besetzt, der der FH ebenso. Ob beim Streik tatsächlich mehrere Tausend oder nur einige Hundert Studierende dabeiwaren, ist unklar. Klargeworden ist mir vor allem: Zum Demonstrieren bin ich nicht geeignet. Gelandet bin ich dem Albertus-Magnus-Platz vor der Uni am Dienstagvormittag eigentlich nur deshalb, weil die Französischdozentin, die ich so fürchte, eine Handvoll Kommilitonen und mich praktisch dazu gezwungen hat. Wie eine etwas verlorene kleine Schafherde machten wir uns auf den Weg von der Süd- in die Innenstadt und standen dann im Regen zwischen den anderen Demonstranten herum. Von einem umgebauten LKW aus wurden sozialistisch angehauchte Parolen gerufen, niemand schien aber ernsthaft hinzuhören. Mit Ausnahme einiger Enthusiasten, die sich mit Ketten aneinander gebunden hatten oder wenigstens handgemalte Plakate trugen, schienen die meisten dort genauso verunsichert wie wir bezüglich der Frage, was man denn nun eigentlich zu tun hatte. Ein Haufen Schüler weit jenseits der Volljährigkeit sah so aus, als wären sie nur froh, eine Ausrede zum Schuleschwänzen zu haben.
Das Kernproblem ist meiner Meinung nach ja, dass die meisten Protestaktionen vollkommen archaisch strukturiert sind. Mein Schamgefühl und meine Würde verbieten es mir einfach, lautstark schlecht gereimte Sprechgesänge mit simplifizierte, stereotypen Inhalten zu grölen (siehe Titel: "Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Bildung klaut" - really?), die bei jeder Gelegenheit wieder ausgegraben werden. Leute, die dies tun, sind mir grundsätzlich suspekt. Es hilft nicht, wenn man die Demo dann durch Techno, Raggae und Yippie-Yippie-Yeah, Krawall und Remmidemmi über Lautsprecher anzuheizen versucht. Das Bild, das dadurch an die Öffentlichkeit vermittelt wird, ist der Sache sicher nicht unbedingt förderlich. Gäbe es eine modernere, sachlichere und gleichzeitig wirkungsvollere Möglichkeit, als Student zu protestieren, so würde eine große Stadt wie Köln auch ganz sicher mehr als eine Handvoll Menschen motivieren können, mitzumachen. Ich bin ja persönlich von der Problematik betroffen, ich mache mir auch Gedanken darüber, ich verfolge die Entwicklungen, ich teile die Meinung, dass sich etwas ändern muss. Aber beim Bildungsstreik hatte ich trotzdem das Gefühl, fehl am Platz zu sein.
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Leonie
um
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Dienstag, 17. November 2009
Darwin is nich
Morgen früh um acht muss ich zum Unterricht erscheinen. Für diesen Unterricht muss ich etwas vorbereiten. Dieses Etwas ist verhältnismäßig aufwändig, erfordert Denkarbeit und wird mit ziemlicher Sicherheit auch überprüft. Die Dozentin ist anspruchsvoll und kann sehr unangenehm werden.
Und wie verbringe ich meinen Abend? Mit Nutzlosigkeiten, mit Trödeln, mit Surfen, Chatten, Lesen, Schauen, Schwätzen, Gammeln, Verblöden. Es ist jetzt 01:00 Uhr und ich habe noch nichts geleistet.
Man würde denken, dass ich es im inzwischen neunten (!) Semester mal gelernt hätte - aber nein.
Und wie verbringe ich meinen Abend? Mit Nutzlosigkeiten, mit Trödeln, mit Surfen, Chatten, Lesen, Schauen, Schwätzen, Gammeln, Verblöden. Es ist jetzt 01:00 Uhr und ich habe noch nichts geleistet.
Man würde denken, dass ich es im inzwischen neunten (!) Semester mal gelernt hätte - aber nein.
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Leonie
um
00:52
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Labels: Zusammenfassung, Ärgernisse
Sonntag, 1. November 2009
public transport music
Einen Grund gibt es für mich, einen einzigen Grund, öffentliche Verkehrsmittel zu mögen. Klar, 99% der Zeit wartet man in der Kälte und im Nieselregen an zugigen Bahnhöfen, ärgert sich über "Signalstörungen" und "Verzögerungen im Betriebsablauf", und wenn vom technischen Aspekt her mal ausnahmsweise nichts schiefgehen sollte, gibt es immer noch genug Mitmenschen, die einem das Leben zur Hölle machen, indem sie mir zu nah auf die Pelle rücken, ekelhaft husten und schnauben, drängeln, schwitzen, laute Musik über Handylautsprecher hören oder - besonders schlimm - versuchen, gaaanz unauffällig mein Buch mitzulesen. Ich HASSE das.
Aber es gibt eine einzige Gelegenheit, bei der ich mich darauf freue, eine Bahnfahrt vor mir zu haben. Und zwar, wenn eine Band, die ich mag, ein neues Album herausbringt und dieses seinen Weg auf meinen MP3-Player findet. Dafür sind lange, inhaltslose Bahnfahrten perfekt. Eine halbe Stunde ohne die Aussicht auf irgendein Ereignis von Interesse. Draußen zieht kalte Dunkelheit, oder Morgennebel, oder graue Häuserfronten, oder eine triste Landschaft vorbei. Drinnen Neonbeleuchtung, Plastikhandgriffe und geschmacklose Polsterbezüge. Ich starre auf die Schlieren auf der Scheibe, hinter der die Welt nur aus verschwommenen Farben besteht, und kann mich absolut und ohne jegliche Ablenkung auf die neue Musik konzentrieren. Inzwischen hebe ich mir neue Alben sogar spezifisch für solche Gelegenheiten auf und verkneife es mir, vorher auch nur ganz kurz reinzuhören. Das neue Eels-Album auf der Fahrt ins Büro. Death Cab for Cutie auf dem Weg in die Heimat. Tegan and Sara quer durch Köln*. Meditieren mit Musik. Wunderbar.
* Ja! Ja! Neues Tegan and Sara-Album! "Sainthood"! Seit fünf Tagen draußen! Jaaaa!
Aber es gibt eine einzige Gelegenheit, bei der ich mich darauf freue, eine Bahnfahrt vor mir zu haben. Und zwar, wenn eine Band, die ich mag, ein neues Album herausbringt und dieses seinen Weg auf meinen MP3-Player findet. Dafür sind lange, inhaltslose Bahnfahrten perfekt. Eine halbe Stunde ohne die Aussicht auf irgendein Ereignis von Interesse. Draußen zieht kalte Dunkelheit, oder Morgennebel, oder graue Häuserfronten, oder eine triste Landschaft vorbei. Drinnen Neonbeleuchtung, Plastikhandgriffe und geschmacklose Polsterbezüge. Ich starre auf die Schlieren auf der Scheibe, hinter der die Welt nur aus verschwommenen Farben besteht, und kann mich absolut und ohne jegliche Ablenkung auf die neue Musik konzentrieren. Inzwischen hebe ich mir neue Alben sogar spezifisch für solche Gelegenheiten auf und verkneife es mir, vorher auch nur ganz kurz reinzuhören. Das neue Eels-Album auf der Fahrt ins Büro. Death Cab for Cutie auf dem Weg in die Heimat. Tegan and Sara quer durch Köln*. Meditieren mit Musik. Wunderbar.
* Ja! Ja! Neues Tegan and Sara-Album! "Sainthood"! Seit fünf Tagen draußen! Jaaaa!
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Leonie
um
17:13
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Labels: Erstaunlichkeiten, Tonkunst
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